Wie startet man richtig ins Berufsleben?

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Eltern und Kinder stellen sich immer häufiger die Frage: Wie startet man richtig ins Berufsleben?

Seit über 3 Jahren bereiten wir ein neues, großes Projekt vor. Der Fokus:  Eltern und ihre Kinder beim Start ins Berufsleben optimal zu unterstützen.

Im Zuge der Projektvorbereitungen führten wir sehr viele Gespräche mit Unternehmen, Mitarbeitern und ganz wichtig – auch mit Vertretern und somit Top-Entscheidungsträgern öffentlicher Organisationen, wie z.B. der Wirtschaftskammer Österreich; der IHK in Deutschland, der Handelskammer in Deutschland uvm. Im Zuge dieser Gespräche, die von meiner Geschäftspartnerin sowie Managerin und mir durchgeführt wurden, stellten uns die Gesprächspartner eine zentrale Frage. Sie lautete sinngemäß:

  1. „Warum haben Sie sich für das Projekt entschieden?
  2. Warum tun Sie sich an, dieses mit so viel Aufwand und Engagement zu starten?“

 

Unsere Motivation

Aufgrund der Tatsache, dass dieses Projekt 3 wichtige Personengruppen in der Bevölkerung betrifft, nämlich die Eltern, die Kinder und die Unternehmer werde ich beginnend mit diesem Blog-Artikel auch Ihnen, liebe Blog- Leser aufzeigen, was unser Antrieb ist, ein solches Projekt mit 4 Säulen zu starten.

 

Herausforderungen der Eltern

In diesem Blog starten wir mit der Personengruppe „Eltern“. Sobald Menschen Eltern, werden stehen sie vor einer ganz großen Herausforderung, die jedoch erst zeitversetzt – in 10 bis 11 Jahren – an Dynamik gewinnen wird. Wie schaffe ich es als Elternteil, mein Kind beim Start ins Berufsleben optimal zu unterstützen und auf diese  entscheidende Lebensphase erfolgreich vorzubereiten?

Sehr schnell bemerken Eltern, wenn diese Phase beginnt, dass sie überfordert sind und dass sie händeringend nach Lösungen und Antworten suchen! Hilfreiche Quellen sind jedoch sehr rar bis gar nicht vorhanden.

Eltern erkennen oft in der Phase des Berufseinstieges ihres Kindes, dass sie selbst auch eine große Hürde in diesem Prozess darstellen. Das ist dann der Fall, wenn sie selbst in den letzten Jahren ein sehr negatives Vorbild für ihr Kind waren. Sie tätigten Aussagen, die nicht unbedingt förderlich und eigentlich gar nicht so gemeint waren. Kinder nehmen diese jedoch ungefiltert auf.

 

Der innere Antrieb

In meiner über 20-jährigen Tätigkeit als Wirtschaftstrainer erkenne ich leider auch mit steigender Tendenz, dass sich Mitarbeiter im Zuge meiner Firmentrainings generell sehr negativ über die Wirtschaft und im Besonderen über die eigene Firma äußern. Man kann ohne Übertreibung sagen, viele Menschen vertreten die Meinung, „Arbeiten gehen“ ist nicht mehr „IN“. Klar werden vielleicht auch Sie, liebe Blog-Leser meinen: „Naja, irgendwie verständlich, wer arbeitet schon gerne?“

Unterhalte ich mich mit meinen Teilnehmern intensiver, erkennen alle sehr schnell, dass man sich oft zu dieser Pauschal-Aussage hinreißen lässt, jedoch diesen Standpunkt in Wirklichkeit nicht ganz vertritt. Zahlreiche Menschen ändern ihre Meinung und sagen sinngemäß: „Naja, nur zuhause sitzen, nur Freizeit haben, das ist es auch nicht! Ich gehe schon gerne arbeiten.“ Es gibt auch viele Mitarbeiter, beispielsweise in der Startup-Szene, die mit voller Hingabe, aus eigener Überzeugung und aus eigenem Antrieb mehr Stunden pro Tag arbeiten als der Durchschnitt. Ihr Fokus: Sie möchten unbedingt ein Projekt, eine Idee, ein Produkt, eine Dienstleistung voranbringen, damit sie der Liebling der Kunden werden.

Gerade diese Antriebskraft macht dann aus oft sehr verrückten Ideen im Bereich Produkte und Dienstleistungen, aus solchen Startups Unternehmen millionenschwere Erfolgsstorys. Die Debatten, wie wir sie gerade in Österreich rund um den 12-Stunden-Tag haben, sind diesen Menschen fremd.

Sie sehen meine lieben Blog-Leser, es gibt unterschiedliche Zugänge zu einer solchen Frage zu einer solchen Herausforderung.

Was mir leider im Zuge dieser Dialoge auffällt, ist die Tatsache: „Viele Mütter und Väter sind tatsächlich sehr negative Vorbilder für ihre Kinder rund um die Themen Beruf & Wirtschaft.“

Eltern jammern naturgemäß sehr häufig auch vor ihrem Kind über die täglichen Herausforderungen, die die Arbeit und somit ihr Beruf mit sich bringen. Spricht man dann mit diesen Personen darüber, schwächen die Mehrheit diese Aussagen auf einmal ab. JA, zahlreiche Menschen lassen sich zu solchen Aussage hinreißen! Sie überspitzen bzw. überzeichnen diese noch, aber ganz so schlimm ist es natürlich nicht.

Das Problem, wenn man dies vor einem Kind tut ist, dass Eltern ihr Kind prägen. Natürlich ist es jedem Menschen klar, nicht alles ist immer positiv und passt einem ins Konzept. Das Gleiche können Sie aber auch in einer privaten Partnerschaft, bei der Erziehung eines Kindes feststellen oder sogar wenn Sie Ihren Freizeitaktivitäten nachgehen. Selbst im Urlaub, bei einem Ausflug sind wir Menschen oft sehr stark darauf fokussiert, was nicht läuft, was aus unserer Sicht jetzt negativ ist. Dabei übersehen wir meist die vielen schönen, positiven Stunden, die wir ebenfalls erleben.

 

Der Knackpunkt

Der Knackpunkt beim Forcieren dieser negativen Dialoge ist speziell bei der Kindererziehung die damit eng verbundene Vorbildfunktion! Diese wirkt sich ebenfalls negativ auf das Kind aus. Wie sollen Sie als Mutter oder Vater Ihrem Kind das Arbeiten gehen, die Auswahl des Berufes und den Start in die Wirtschaft schmackhaft machen, wenn Sie selbst ein negatives Bild zeichnen?

Oft werden diese negativen Dialoge mit der weit verbreiteten Vorverurteilung von Unternehmen angereichert. Selbst die Medien springen seit vielen Jahren brutal auf diesen Zug auf und skizzieren vermehrt ein sehr negatives Bild von Unternehmen. Zu häufig wird bei diesen Aussagen übersehen, dass meistens milliardenschwere Weltkonzerne gemeint sind. Diese Weltkonzerne agieren mehrheitlich aus dem Ausland. Sie haben nur Zweigstellen in Österreich und Deutschland und das bedeutet auch, dass dadurch viele Gewinne, profitabel für diese Unternehmen, in Ausland verschoben werden. Auf den Punkt gebracht: Diese Konzerne machen ordentliche Gewinne in Österreich und Deutschland, zahlen jedoch gegenüber kleineren und mittleren Betrieben dafür kaum Steuern. Das ist aus meiner Sicht eine echte gesellschaftliche negative Entwicklung, weil dadurch diese Weltkonzerne auch einen riesen Vorteil bei der Preisgestaltung gegenüber den heimischen Betrieben haben.

 

Unternehmer-sein

 In Österreich und Deutschland haben wir mit gut 90 % kleine und mittlere Betriebe. In meiner langjährigen Laufbahn konnte ich mich bei ungefilterten und somit echten „Backstage-Blicken“ immer davon überzeugen, dass die meisten dieser Unternehmer sozial eingestellt sind und das Beste für ihre Mitarbeiter wollen. Sie wissen ganz genau, dass ihre Firmenkonzepte und damit eng verbunden die Kundenzufriedenheit ausnahmslos davon abhängen, wie sich ihre Mitarbeiter täglich dafür einsetzen.

Klar gibt es auch schwarze Schafe, wie überall in der Bevölkerung, in allen Lebensbereichen. Selbstverständlich sind auch Unternehmen oft die Hände gebunden, z.B. höhere Prämien, höhere Gehälter uvm. auszubezahlen, weil es ihnen das wirtschaftliche System nicht ermöglicht.

Ein gutes Beispiel dafür ist der oft große Widerspruch, wenn sich Mitarbeiter plötzlich in der Kundenrolle befinden. Sehr schnell wollen wir den günstigsten Preis, das super Schnäppchen machen. Wie viele Unternehmer haben sich bei mir beklagt, dass sie immer stärker unter dem so genannten Beratungs-Diebstahl leiden. Der Kunde kommt ins Geschäft und lässt sich von gut ausgebildeten und somit erstklassig qualifizierten Mitarbeitern beraten, in dem er sich ein neues Produkt live im Handel vor Ort ansieht. Anschließend, gerade bei technischen Geräten sehr weit verbreitet, surft der potenzielle Kunde bei Online-Händlern / Online-Anbietern, um genau dieses Gerät zum günstigsten Preis zu bekommen. Dies ist dann auch der Fall. Klar entfallen dem Online-Händler einige Kosten (zB Verkäufer) gegenüber dem stationären Handel und kann somit das Produkt, welches nun dem Kunden gefällt, viel billiger anbieten.

Selbstverständlich bemühen sich auch mittlerweile stationäre Händler den Preis in Richtung Internet anzupassen. Das Problem dabei – vereinfacht dargestellt – besteht in der gerade beschriebenen Tatsache, dass der Händler vor Ort Mitarbeiter hat, ein Geschäft betreibt, Lager- und Ausstellungsware hat und somit viele Kosten, die der Online-Händler nicht auf das Produkt umlegen muss. Spricht man dann als Unternehmer in der Öffentlichkeit über die Kosten und ein hoher Posten sind natürlich die Mitarbeiter, wird er bereits negativ beurteilt. Sofort greifen ihn die eigenen Mitarbeiter, das Geschäftsumfeld, die Gewerkschaft und Politiker an. So nach dem Motto: „Warum hakt man immer auf den Mitarbeitern herum, die verdienen ohnehin zu wenig! Da müsste noch viel mehr drinnen sein und schon jetzt redet der Unternehmer davon, dass es zu viel ist.“

Schnell sind die Mitarbeiter in der Opferrolle und der Täter heißt Unternehmer. Wenn ich Jugendliche die gerade als Azubis / Lehrlinge in ihren Beruf starten mit solch einem Beispiel konfrontiere, sind diese erstaunt. Diese Sichtweise haben meine Teilnehmer oft noch nicht so gehört und müssen erkennen, dass sie die Realität nicht so angenommen haben, wie sie ist.

Ich muss mir leider heute oft selbst als Wirtschaftstrainer eingestehen, dass hier seit vielen Jahren eine Entwicklung läuft, die letztendlich unser heutiges Wohlstandssystem / unser gesellschaftliches Zusammenhalten und somit das Wohlfühlen sowie den respektvollen Umgang miteinander gefährdet.

Auf der einen Seite wollen wir als Menschen in der Kundenrolle den absolut günstigsten Preis, mit der gleichen Garantie das bestmögliche Angebot bekommen. Ein hervorragendes Beispiel für dieses Verhalten sind die Handys. Modern als Smartphones bezeichnet sind sie seit Jahren der Liebling der Österreicher und Deutschen. Die meisten können es kaum erwarten, bis ein neues Modell auf den Markt kommt. Sobald das nächste tolle Handy angekündigt wird, welches auch einen hohen Preis hat, sind viele Kunden sofort eifrig daran um das für sie günstigste Angebot zu bekommen. Sie scannen den Markt intensiv, erkundigen sich bei Freunden immer mit dem Ziel das für sie günstigste Angebot zu erhalten.

Einmal ehrlich, jedem Menschen müsste doch beim Betrachten dieses Vorganges eines klar sein: „Was der Unternehmer über den Produktverkauf nicht verdient, kann er auch nicht verteilen.“ D.h. er kann oft gar keine höheren Gehälter bezahlen, obwohl er das als Unternehmer gerne tun würde, weil es sich ganz einfach nicht mehr ausgeht.

Wenn ich die Wirtschaft und das Miteinander zwischen Unternehmern und Mitarbeitern an einem solchen Beispiel mit Teilnehmern in meinen Seminaren bespreche, verstehen sie meine Aussagen und bestätigen in den anschließenden Dialogen meine Ausführungen. Leider vergessen viele der Teilnehmer im Alltag ihre Zustimmung und befinden sich umgehend wieder im alten Verhaltensmuster.

So schnell zeichnet sich ein negatives Bild, welches die Eltern bei ihrem Kind einpflanzen, weil sie als Vorbild dieses Bild verstärken.

Gleichzeitig wissen die Eltern ganz genau, dass das private Leben ihres Kindes sehr stark davon geprägt sein wird, wie es sich in seinem ausgewählten Beruf anstellen und wie sein Kariere-Verlauf aussehen wird.

Solange das aktuelle Wirtschaftssystem besteht ist es so: Die vielen privaten Vorteile, die wir im Leben genießen wollen, von einer schönen Wohnung, über Ausflüge, Autos, uvm. hängen eng damit zusammen, wie wir uns beruflich engagieren und weiterentwickeln.

Diese große Herausforderung, vor der Eltern stehen – die mir Mütter und Väter auch im Zuge meiner Firmentrainings anvertrauen und mich um Rat fragen –  ist nur einer der entscheidenden Gründe, warum ich mich mit meinem Team dafür entschieden habe, dieses Projekt ins Leben zu rufen und demnächst flächendeckend in Österreich und Deutschland zu starten.

Mehr Informationen über das Projekt finden Sie auf unserer Website www.coachedian.com. Bis Oktober finden Sie bereits einige wichtige Vorab-Informationen rund um die Entstehung des Projektes und gewonnenen Missions-Partner, die dieses Projekt als Vorzeige-Unternehmer unterstützen.

Ab Oktober 2018 können Sie sich permanent über Aktuelles, Neues und Wichtiges informieren. Sie erleben, wie wir gemeinsam versuchen, dass ein positiver Ruck durch die Gesellschaft in Österreich und Deutschland geht mit dem Ziel, dass Eltern ihre Kinder in das Berufsleben optimal begleiten können. Gleichzeitig wollen wir die Kinder beim erfolgreichen Start ins Berufsleben unterstützen und auch die Unternehmer. Unternehmer suchen händeringend notwendige Fachkräfte und engagierte, motivierte Mitarbeiter, die die Wirtschaft richtig verstehen und das Gemeinsame forcieren.