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Ziele und die guten Vorsätze 2018

Den letzten Blog im Jahr 2017 widme ich dieses Mal den Zielen und die von vielen Menschen gerne vorgenommenen guten Vorsätze, wenn ein neues Jahr beginnt.

 

Ziele

Unser Leben wird permanent von der Definition unserer privaten und beruflichen Ziele beeinflusst. Alles in unserm Leben orientiert sich an den Zielen, die wir privat oder beruflich erreichen wollen. Wie so oft im Leben entsteht dann eine prickelnde Beziehung. Oder man könnte auch sagen eine Hassliebe zu den eigenen Zielen und jenen, die man mit anderen Menschen beschlossen hat oder die man gemeinsam ansteuert.

 

Beispiel: Bewerbungsgespräch

Ein gutes Beispiel ist das Bewerbungsgespräch. Insbesondere wenn man schon länger arbeitslos ist, bereitet man sich so umfassend wie nur möglich auf ein solches Bewerbungsgespräch vor. Beim Zusammenstellen der Unterlagen und Beschreiben des eigenen Lebenslaufs rückt man natürlich die Sonnenseiten des Lebens in den Vordergrund. Man zeigt auf

  • wofür man alles bereit ist.
  • welche positiven Erlebnisse und Ergebnisse man in seinem privaten und beruflichen Leben bereits erreicht hat.

Beim Start des Bewerbungsgespräches weiß man ganz genau, jetzt geht es um alles! Man muss im wahrsten Sinne des Wortes eine gute Figur machen, damit man am Ende des Gesprächs sein Gegenüber so beeindruckt hat, dass dieser einer Einstellung zustimmt.

Man zeigt sich von seiner besten Seite und beantwortet Fragen nach Einsatzbereitschaft, Zielstrebigkeit, Teamfähigkeit, soziales Verhalten, aktives Mitwirken auch bei Problemen uvm mit extrem positiven Statements. Man will als Bewerber dem Gegenüber stets das Gefühl geben: Bei einem „JA“ erhält er genau den Mitarbeiter, der nicht nur seinen Vorstellungen entspricht, sondern diese auch noch überbietet.

Man verspricht somit viel, denn man möchte den Job bekommen. Man möchte Teil des Teams werden, endlich die Arbeitslosigkeit verlassen und wieder mit vollem Elan im Berufsleben durchstarten.

Man hat somit das Ziel exakt vor Augen und ist bereit, alles im Rahmen seiner Möglichkeiten zu tun, um dieses Ziel zu erreichen.

 

Das „JA“ – die Begeisterung

Dann ist man auf die Entscheidung gespannt. Entweder sie erfolgt sofort oder einige Tage oder Wochen später. Doch sie kommt unausweichlich. Sagt dann das Gegenüber „JA“, können viele dieses Gefühl gar nicht beschreiben, weil sie oft außer Rand und Band sind. Man erzählt es je nach Alter seinen Eltern, seiner Freundin, seiner Frau, seinen Kindern. Man erzählt es Freunden und Bekannten. Man ist begeistert und will alle mit dieser Begeisterung anstecken. Man hat es geschafft! Das Ziel ist erreicht! Der Job ist da! Endlich kann man wieder aktiv in der Gesellschaft mitmischen und sich im Beruf behaupten.

 

Wie sieht es mit diesen Versprechen später aus?

In meinen Firmentrainings, bei dem mir die Führungskräfte und die Mitarbeiter in anonymen Check-in-Tests vorher immer wieder aufzeigen, was alles unrund läuft, stelle ich sehr oft folgende Frage: „Wann haben Sie diese vollmundigen und verlockend klingenden Versprechen in Ihrem Bewerbungsgespräch vergessen?!“

Meist ist es dann im Seminarraum so still, dass man die bekannte Nadel, wenn sie auf den Boden auftrifft, hören kann. Manche schauen mich geschockt an. Andere senken den Kopf. Etliche haben einen ratlosen Blick.

Ja, an dieser Stelle habe ich immer das Gefühl, dass ich einen wunden Punkt getroffen habe, der fast alle betrifft. Die meisten wissen ganz genau, dass die Frage ihre Berechtigung hat. Man hat sich im Bewerbungsgespräch von seiner besten Seite gezeigt und somit dem Gegenüber viel versprochen. Leider muss man häufig feststellen, dass man sehr wenig davon gehalten hat.

Ich möchte betonen: Es spielt keine Rolle, ob sich ein Mitarbeiter oder eine Führungskraft beworben hat. Gehen die Menschen in sich, müssen sie meist eingestehen, dass sie sich damals in einem sehr guten, aber vielleicht nicht ganz realistischem Licht präsentiert haben. Der Knackpunkt für mich dabei ist: Die Personen wären sehr wohl in der Lage, diese getätigten Versprechen zu erfüllen. Im Alltag bemerken sie, es ist vielleicht nicht so notwendig?! Die anderen Kollegen im Team machen auch nicht mehr, als sie machen müssen und Schritt für Schritt nimmt das Feuer der Begeisterung, welches man im Bewerbungsgespräch präsentiert hat, schnell wieder ab.

Auf der anderen Seite stehen dann enttäuschte Führungskräfte und Chefs, die die Person eingestellt haben.

Ziele, die nicht erreicht werden, können einen selbst und andere sehr schnell enttäuschen.

Die guten Jahresvorsätze für 2018, wenn

  • sie zu dick aufgetragen sind,
  • zu unrealistisch sind und
  • wahrscheinlich auch unerreichbar sind,

können auch sehr schnell enttäuschen.

Manche erklären mir: „Herr Panhölzl, ja das war bei mir auch viele Jahre so. Jetzt stecke ich mir keine großen Ziele mehr und mache schon gar nicht mit bei dem Spiel mit den guten Vorsätzen für das neue Jahr“. Ich war von dieser Vorgehensweise noch nie überzeugt und als Wirtschaftstrainer weiß ich auch, dass sie nichts bringt.

 

Ziele sind ein Zukunftsblick

Ziele sind ein Zukunftsblick! Mit ihr verbunden sollte eigentlich das Verlangen sein, diese wirklich erfüllen zu wollen.

Klar, alle Ziele wird man nie erreichen. So ist das Leben. Ein Leben ohne große Ziele, ohne Zukunftsblick, ohne auch sich einmal zu fordern, bringt genauso wenig.

 

Meine Empfehlung

Stecken Sie sich ab heute privat, wo Sie es zu 100 % in der Hand haben, Ziele, die Sie wirklich aus vollster Überzeugung verwirklichen wollen. Sie müssen für Ihr Ziel brennen! Gleichzeitig müssen Sie einen realistischen Blick auf das Ziel richten, um herauszufiltern, ob Sie tatsächlich aus der heutigen Sicht in der Lage sind, dieses Ziel zu verwirklichen.

Berufliche Ziele sollten immer unter der Formel:

realistisch, machbar und motivierend

getroffen werden. Diese Formel ist einer meiner Klassiker! Dieser wird oft auch von bestimmten Mitarbeitern oder Führungskräften torpediert. Sie meinen sinngemäß: „Herr Panhölzl, schön gesagt! Doch Sie wissen in der Realität sieht es anders aus. Da werden einem Ziele aufs Auge gedrückt. Da geben die Kunden Ziele vor. Du musst das tun, was andere Abteilungen wollen. Du musst das tun, was der Chef oder die Führungskraft will. So wie Sie das sagen, funktioniert es in der Praxis nicht.

Ist diese Aussage richtig? Vor 19 Jahren habe ich diese Formel zum ersten Mal präsentiert und wurde damals mit Sicherheit mehrheitlich belächelt. Viele sagen heute noch: „Nein, so geht das nicht“. Ein Ziel kann nicht immer realistisch, machbar und motivierend sein, sondern man muss es tun, ob man will oder nicht. Wenn ich dann sage: „Und wenn Sie das Ziel nicht erreichen?“ Dann kommt oft die Antwort: „Naja, dann kann man nichts machen, man hat es probiert und der Chef, die Führungskraft oder die Kollegen müssen nun akzeptieren, dass es nicht funktioniert hat.“

Heute sehe ich mich in meiner damals präsentierten Formel mehr als bestätigt. Wenn Sie sich die Start-ups ansehen, die klein, verrückt in einem wirklich unkonventionellen Team beginnen uns später weltweit führende Konzerne werden, erkennen Sie rund um das Ziel genau diese Formel.

Alle die dort mitwirken, sind in dem was sie tun nicht nur realistisch, sondern vor allem sie überprüfen, das was sie tun, auf Machbarkeit und sind motiviert. Natürlich können Sie nun einwerfen: „Moment einmal Herr Panhölzl, das stimmt so nicht! Die sind doch verrückt. Die stürzen sich in Sachen, die vorher keiner wagte“. Richtig! Ein Experiment! Etwas auszuprobieren, was keiner vorher wagte. Das steht nicht im Gegensatz zu meiner Formel, realistisch, machbar und motivierend.

Natürlich wissen die nicht genau, worauf sie sich einlassen. Doch sie wissen, sie werden alles dafür geben! Aus ihrer Sicht sind vom angesteuerten Ziel so überzeugt, dass es realistisch und machbar ist. Sie sind überzeugt, dass sie es schaffen! Obwohl es dafür keinen Beweis auf der Welt gibt! Obwohl sie die ersten sind, sind sie innerlich 100 %ig überzeugt, sie werden dieses außergewöhnliche Ziel erreichen. Sie brennen für das Ziel. Sie wollen es verwirklichen. Sie sind auch bereit, viele Niederlagen und auch harte Tiefschläge einzustecken. Sie akzeptieren und forcieren somit auch das dritte Puzzleteil. „motivierend

Lassen Sie sich auch von verrückt klingenden Zielen anstecken, wenn Sie aus Ihrer heutigen Sicht realistisch, machbar und motivierend sind. Eines darf man nicht vergessen. Bei solchen Zielen heißt es wie bei allen anderen „Vollgas geben“. Sie wollen das Ziel verwirklichen! Sie haben es sich gesteckt! Sie haben in einem Team „JA“ gesagt. Dann geben Sie bitte auch Vollgas, wenn es darum geht, die vielen Aufgaben und Aktivitäten zu erledigen, die erledigt werden müssen, damit das Ziel Realität werden kann.

Genauso ist es auch mit den guten Vorsätzen für das Jahr 2018. Wenn Sie sagen, jetzt ist wieder eine schöne Wende. Man schließt ein altes Jahr ab und ein neues beginnt. Das ist ein toller Zeitpunkt, um auch gewisse alt eingefahrenen Verhaltensmuster, Spielregeln zu verändern. Oder endlich einmal Ziele in Angriff zu nehmen, die man immer schon realisieren wollte. Egal ob

  • Sie abnehmen wollen
  • Sie mehr Spaß mit der Familie, mit der Freundin / dem Freund im Jahr 2018 genießen wollen
  • Sie ein Hobby stärker forcieren oder ein neues beginnen wollen

Wenn Sie es wirklich wollen, machen Sie es zu einem guten Vorsatz für 2018.

 

Vergessen Sie bitte nicht darauf: Jedes Ziel hat seinen Preis. Sie müssen bei der Formulierung und Festlegung des Ziels eines zu 100 % mit sich klären: „Sind Sie bereit, den Preis für das Ziel zu bezahlen?“ Diese Entscheidung können Sie bei der Formulierung des Ziels treffen.

Durchaus werden Sie nicht alle Herausforderungen mit dem Ziel vorab erkennen können. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie für das Ziel brennen. Denn dann sind Sie bereit, auch überraschende und nicht geplante Hürden und Herausforderungen zu meistern

Eines habe ich immer wieder in meinen 20 Jahren als Wirtschaftstrainer festgestellt: „Menschen, die für ein Ziel brennen, die es tatsächlich verwirklichen wollen, können auch die unangenehmsten Hürden und Herausforderungen meistern, die sie am Start noch nicht gesehen haben.“

Ich wünsche Ihnen mit dem letzten Blog im Jahr 2017, wie alle Jahre zuvor einen guten Rutsch ins Jahr 2018 und dass alle Ihre Ziele und Vorsätze, zu mindestens in einem akzeptablen Rahmen in Erfüllung gehen. Wo Sie selbst sagen: „Es waren gute Ziele und Vorsätze und ich konnte Sie in einem hochzufriedenen Ausmaß realisieren!